Deutsch-russische Geschichtswerkstatt

Acht Essays

Nach dem ersten gemeinsamen Treffen im Februar 2007 in Wolgograd haben acht Teilnehmer der Geschichtswerkstatt ihre Eindrücke von der Projektarbeit in verschieden Texten festgehalten. In Essays, Artikeln und Erfahrungsberichten beschäftigen sie sich unter anderem mit der musealen Darstellung von Erinnerung, dem generationsbedingten Kriegsgedenken, den verschiedenen Perspektiven auf Erinnerungsorte innerhalb des thematischen Rahmens einer vergleichenden Betrachtung der Erinnerungskulturen in Russland und Deutschland. Dabei kreisen die sehr unterschiedlichen und voneinander unabhängigen Texte um ganz ähnliche Aspekte: Das Verhältnis der unmittelbaren, persönlichen Erfahrung zu den Erzählungen über die vergangenen Ereignisse, der Sprachgebrauch und das Reden vom Kriegsgedenken sowie die Begriffe mit denen die Erlebnisse eingefangen und die Orte der Erinnerung umschrieben werden.

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Recherche

Auf einem der ersten Werkstatttreffen der deutschen Arbeitsgruppe fragten wir uns, welche Bilder wir mit Stalingrad assoziieren. Wir mussten uns eingestehen, dass wir über wenig Faktenwissen verfügten. Dafür hatten viele von uns Bilder von weißen Schneefeldern und schräg darin stehenden halberfrorenen Figuren und mit Lappen umhüllte Füße vor Augen. Niemand konnte sich an eine ausführliche Thematisierung im Schulunterricht, eine museale Repräsentation der Schlacht oder ähnlich pointierte Beiträge erinnern. Von unserer vorbereitenden Recherche über den Erinnerungsort Stalingrad dokumentieren wir an dieser Stelle die Ergebnisse unserer Lektüre der geschichtswissenschaftlichen Fachliteratur in beiden Ländern.

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Interviews

Um etwas über die Art und Weise zu erfahren, wie in Russland und Deutschland an die Schlacht von Stalingrad erinnert wird, haben wir u.a. Interviews mit Vertretern von vier Generationen geführt. Zwei Erfahrungsberichte unserer Mitglieder stellen wir hier vor:

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Bedeutung der Schlacht von Stalingrad im Bewusstsein von 18 - 35-jährigen

Auswertung der Blitzumfrage zur Bedeutung der Schlacht von Stalingrad im Bewusstsein von Frauen und Männern im Alter von 18 - 35 Jahren

„Nenne (nennen Sie) bitte 5 historische Ereignisse während des Zweiten Weltkriegs, denen deiner  (Ihrer) Meinung nach besondere Bedeutung für den Kriegsverlauf und sein zentrales Resultat – die Niederlage des „Dritten Reichs“ – zukommt.“ Die Reihenfolge von 1 (wichtigstes) bis 5 (weniger wichtiges) entspricht deiner (Ihrer) persönlichen Gewichtung.

So lautete die Blitzumfrage, die wir vom 8.-20. Juni 2007 durchgeführt haben. Ziel der Umfrage war zu eruieren, ob insbesondere junge Deutsche der Schlacht von Stalingrad in Bezug auf den Ausgang des Zweiten Weltkriegs Bedeutung beimessen. Die Verteilung verlief über persönliche Kontakte, an der Universität Bremen und Wolgograd und durch die JOE-Liste. In Deutschland haben insgesamt 88 Menschen – davon 38 Männer (43%)  und 50 Frauen (57%) – teilgenommen: (Grafik 1) Bis auf zwei Französinnen und eine Kasachin sind alle in Deutschland Befragten in Deutschland aufgewachsen. In Russland haben insgesamt 35 Personen teilgenommen, davon 17 Männer und 18 Frauen.

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