Einladung zur Diskussion

«Zivilgesellschaft und Rechtsstaat in Russland und Deutschland. Politische Aktionen. Von Ideen zu konkreten Handlungen»

TERMINVERSCHIEBUNG UND GEÄNDERTE ANFANGSZEIT!!

9. Dezember 2012, 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr im «(p)ostkarte(ll). Verein für angewandte Kulturforschung e.V., Kulturetage Altona, Große Bergstraße 160, 22767 Hamburg

Am 4. Dezember 2011 fanden Wahlen zum russischen Parlament statt. Vielfältige Verletzungen des Wahlrechts wurden beobachtet. Vor allem in den Großstadtzentren des gesamten Landes erhob sich eine Proteswelle, die auch von Aktionen im Ausland begleitet wurden. Die Demonstranten lehnten das Wahlergebnis ab, forderten die Untersuchung von Wahlfäl­schungen und Neuwahlen. In Anlehnung an die Vorwürfe, vom Ausland würden in Ländern der ehemaligen Sowjetunion «farbige Revolutionen» angezettelt, wählte die Demokratiebewegung als Symbol ein weißes Band. Wladimir Putin verglich es öffentlich mit einem Präservativ.

Nach den Präsidentschaftswahlen vom März 2012 wurden staatlicherseits nicht nur keine der Forderungen erfüllt. Es wur­de vielmehr die Versammlungsfreiheit eingeschränkt, die Zensur im Internet verschärft, Hetzkampagnen gegen Opposi­tionspolitiker lanciert und ihre Verfolgung aufgenommen. Im Schatten der po­litisch moti­vierten Repressionen wurden in manchen Regionen beispielsweise die Rechte von sexuellen Minderheiten eingeschränkt. Zusammen mit einer regelrech­ten Welle von Spionomanie und der Diskreditierung von nichtstaatlichen Organisationen waren dies die offiziellen Maß­nahmen zur Bekämpfung der «inneren Feinde».

Während all dieser Zeit fanden in Deutschland viele Solidaritätsbekundungen statt. So auch in Hamburg: Zu verschie­denen Aktionen versammelten sich Personen, die aus unterschiedlichen Gründen die Entwicklung Russlands sowie der deutsch-russischen Beziehungen beobachten – Menschen, die sich ebenso gegen Rassismus, Homophobie und andere Formen von Dis­kriminierungen in Deutschland wehren.

Unter ihnen waren auch Mitglieder der Bewegung Shkola aktiwista einerseits, und Mitglieder des Ost-West Trikster e.V. andererseits. Es entstand der gemeinsame Wunsch, sich an einen größeren Kreis von in Hamburg lebenden Personen zu wenden, die mit Interesse die Ereignisse verfolgen. Im Zusammenhang mit der sogenannten «Modernisierungspartnerschaft» zwischen Russland und Deutschland stellt sich berechtigterweise die Frage: Kommt diese Partner­schaft ohne rechtsstaatliche Sicherheit und ohne den Schutz sozialer und politischer Bürgerrechte in jenem Land aus­, von dessen Erdöl- und Gasvor­kommen die deutsche Gesellschaft profitieren will? Sind die Bürger an Elbe und Newa bereit, sich damit zufrie­den zugeben, dass die Wirtschaftsbe­ziehungen das einzige sind, was die Städtepartnerschaft Hamburg / St. Pe­tersburg ausmacht? Oder gibt es andere Motive, Idee und möglicherweise Erfahrungen erfolgreicher Zusam­menarbeit im Bereich Menschenrechts­förderung oder zu anderen, für eine wachsende Zivilgesellschaft lebens­wich­tige Themen?

Wir laden Sie herzlich am 9.12. 2012 von 16:00 bis 20:00 Uhr zur Diskussion «Zivilgesellschaft und Rechtsstaat in Russland und Deutschland. Politische Aktionen. Von Ideen zu konkreten Handlungen»  ein. Während dieses Dia­logs bieten wir die Möglichkeit, die Situation sowie die Verteidigung demo­kratischer Werte zu diskutieren. Die Diskussion wird nach der Open Space Technologie moderiert. Hierdurch werden die Teilnehmer/innen unter­stützt, über die Themenaspekte zu dis­kutieren, die ihnen wirklich wichtig sind und unter den Nägeln brennen. Die Diskussion findet auf russisch und deutsch statt. (Die Übersetzung wird bei Bedarf von den Teilnehmer/inne/n selbst organisiert.) Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Zur Deckung der Unkosten durch die Miete der Räumlichkeiten, bitten wir um eine Spende von 2 Euro.

Sollten Sie Interesse an der Teilnahme haben, bitten wir Sie Ihre Teilnahme zu bestätigen. Bitte rufen Sie die Nummer (040) 31 79 81 76 an oder bestätigen Sie Ihre Teilnahme schriftlich an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wir freuen uns auf Ihr Kommen –
Mit herzlichen Grüßen – Aleksej Markin und Constanze Stoll